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Gesundheit
21.04.2022

Spitäler Schaffhausen 2021: Ein ereignisreiches und herausforderndes Jahr

Die Spitäler Schaffhausen präsentieren den Geschäftsbericht 2021.
Die Spitäler Schaffhausen präsentieren den Geschäftsbericht 2021. Bild: zVg.
Neben den Auswirkungen der Pandemie standen bei den Spitälern Schaffhausen 2021 das Vorantreiben wichtiger Projekte sowie die Sicherstellung der Versorgung der Patientinnen und Patienten im Zentrum.

Wie aus der aktuellen Medienmitteilung der Spitäler Schaffhausen hervorgeht, war das Geschäftsjahr 2021 mit Ereignissen und Herausforderungen zugleich verbunden. Die Pandemie prägte das vergangene Jahr noch immer stark und hatte auch finanzielle Auswirkungen. Trotzdem galt es, wichtige Projekte voranzutreiben, personelle Veränderungen aufzufangen und sich den Entwicklungen im Gesundheitswesen zu stellen. Alles mit dem Ziel, die Versorgung der Patientinnen und Patienten – ob mit oder ohne Covid – sicherzustellen, wie die Verantwortlichen schreiben.

Ertragsausfälle aufgrund der Pandemie

Mit fast 11 500 stationären Patientenaustritten und über 80 000 ambulanten Behandlungsfällen lag die Anzahl Patientinnen und Patienten, die im Jahr 2021 bei den Spitälern Schaffhausen behandelt wurden, klar über dem Vorjahreswert und auch leicht über dem Vor-Pandemiewert (Jahr 2019). 

Die Auswirkungen der Pandemie führten auch 2021 zu Ertragsausfällen, wie die Spitäler Schaffhausen mitteilen. Die Pflege von Covid- Patienten unter Isolationsmassnahmen sowie die zwingend notwendige Bereitstellung von Vorhalteleistungen erforderten einen hohen Personaleinsatz. Das führte zur Einschränkung von Behandlungskapazitäten und somit auch im Berichtsjahr wieder zu Einnahmenausfällen. Basierend auf dem Rahmenkontrakt gleicht der Kanton mit einem Beitrag von 3,8 Millionen Franken einen Teil dieser Einbussen aus. Mit diesem Ausgleich ergibt sich schliesslich ein Betriebsertrag von 214,5 sowie ein Jahresergebnis von 5,8 Millionen Franken und eine EBITDA-Marge von 6,5 Prozent. «Unter Berücksichtigung der schwierigen Umstände im Berichtsjahr ist dies ein gutes operatives Ergebnis», sagt Arend Wilpshaar, Vorsitzender der Spitalleitung. Der Kanton Schaffhausen erhält als Eigner der Spitäler Schaffhausen die Hälfte des Jahresergebnisses als Dividende (vorbehaltlich Beschluss durch den Kantonsrat). Regierungsrat und Mitglied des Spitalrats Walter Vogelsanger ergänzt: «Zudem hat der Spitalrat für die Mitarbeitenden der Spitäler Schaffhausen eine einmalige Wertschätzung im Umfang von 0,7 Millionen Franken zu Lasten der Dividende beantragt.» 

Grosse Belastung trotz Erfahrung 

Die Spitäler Schaffhausen seien seit Beginn der Corona-Pandemie der Hauptpfeiler in der Versorgungssicherung der Wohnbevölkerung gewesen. Mit speziellen Covid-Units in Notfallstation, Testcenter (KAZ), Überwachungseinheit, Isolationsbettenstationen und bedarfsangepassten Intensiv- und Beatmungskapazitäten wurden die Mitarbeitenden in diesen Bereichen stark gefordert. Trotz der gewonnenen Routine im Umgang mit den Auswirkungen der Corona- Pandemie hätten daraus notwendige Anpassungen immer Eingriffe in der Betriebsplanung zur Folge gehabt, heisst es weiter in der Medienmitteilung zum Geschäftsbericht 2021. Die fortwährenden Umstellungen im Arbeitsalltag seien auf eine derartige Dauer eine übermässige Belastung. Arend Wilpshaar sagt dazu: «Für das überdurchschnittliche Engagement und die grosse Flexibilität der Mitarbeitenden auch im zweiten Pandemie-Jahr 2021 danken wir ihnen an dieser Stelle ganz herzlich.» 

Ausbau des spezialisierten wohnortnahen Behandlungsangebots 

Ein Mehrwert sind die im 2021 eingegangenen Kooperationen in der Herzmedizin mit Hirslanden und in der Wirbelsäulenchirurgie mit der Universitätsklinik Balgrist, wie die Verantwortlichen der Spitäler Schaffhausen weiter mitteilen. Die Bevölkerung des Kantons und der Region Schaffhausen profitierten damit von einer wohnortnahen erweiterten Palette an qualitativ hochwertigen Untersuchungen und Behandlungen am Kantonsspital Schaffhausen. Bei einer weiterführenden Betreuung im Bereich der hochspezialisierten Medizin sind die Patientinnen und Patienten in ein gut ausgebautes Netzwerk mit hochwertigen Partnerschaften eingebunden. Die Erweiterung der Interventionellen Psychiatrie zugunsten von psychiatrischen Patientinnen und Patienten und die Einführung der Sonata-Methode zur Myombehandlung in der Gynäkologie sind weitere wichtige Punkte im Ausbau des Behandlungsangebots. Arend Wilpshaar, Vorsitzender der Spitalleitung: «Mit der konstanten Weiterentwicklung und Überprüfung unseres Leistungsangebots stellen die Spitäler Schaffhausen die erweiterte medizinische und pflegerische Grundversorgung für rund 100'000 Personen im Kanton und den angrenzenden Regionen sicher.» 

Aktuelle Herausforderungen und bauliche Erneuerung des Kantonsspitals 

Die Covid-Krise zeigte auch bei den Spitälern Schaffhausen auf, wie wichtig die Kapazitätsplanung und die bereichsübergreifende Koordination von Personalressourcen ist. Die Spitalleitung initiierte deshalb im Sommer 2021 ein Optimierungsprojekt, heisst es weiter in der aktuellen Medienmitteilung. Inzwischen werde am Kantonsspital eine erste Generation umgesetzt, wozu das Sammeln, Strukturieren und Analysieren von Daten zu Auslastungsvorhersagen gehört sowie die Einführung von zentralen Planungsmechanismen. Das Projekt Kapazitätsmanagement ist mit dieser Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Die Spitäler Schaffhausen hätten jedoch einen wichtigen Schritt gemacht. 

Ein weiteres Organisationsentwicklungsprojekt, das im Jahr 2021 initiiert und die Spitäler Schaffhausen auch in diesem Jahr beschäftigen wird, ist der Ersatz des Klinikinformationssystems (KIS). Alle Anstrengungen zielen in die Richtung, die Arbeitsabläufe zu verbessern. Nahezu jeder Bereich werde von der Umstellung betroffen sein. Die bauliche Erneuerung des Kantonsspitals hat 2021 mit dem Einreichen des Baugesuchs und der Ausschreibung für die Energieversorgung wichtige Meilensteine erreicht. Gleichzeitig wurde das Projekt aber vor politische und personelle Herausforderungen gestellt. Aktuell befindet sich das Projekt Neu- und Umbau Kantonsspital Schaffhausen in der SIA Phase 3 (Planungsphase Bauprojekt), der Abschluss der Planungsphase des Bauprojekts wird im zweiten Halbjahr 2022 erwartet. 

Der gesamten Geschäftsbericht sowie der ausführlichen Finanz- und Leistungsbericht 2021 sind unter spitaeler-sh.ch/gb zu finden. 

Schaffhausen24, Originalmeldung Spitäler Schaffhausen