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Gesundheit
29.04.2022

Abwassermonitoring zeigt Viruszirkulation relativ gut auf

(Symbolbild)
(Symbolbild) Bild: ar.ch
Das kantonale Abwassermonitoring liefert einen wichtigen Indikator zur Verbreitung von SARS-CoV-2 im Kanton Schaffhausen. Seit Januar 2022 wurden die Probeentnahmen auf zwei weitere Kläranlagen ausgeweitet. Die Ergebnisse aller drei Anlagen werden neu auch auf dem kantonalen Dashboard publiziert, teilt das Schaffhauser Gesundheitsamt mit.

Obwohl es sich bei Covid-19 um eine Atemwegserkrankung handelt, scheidet ein erheblicher Teil der Menschen Erbgut des Virus (RNA) aus. Diese RNA landet über das Abwasser in den Kläranlagen. Durch das Sammeln und Analysieren von Abwasserproben mittels PCR-Technologie auf dieses Erbgut hin kann festgestellt werden, in welchem Ausmass Menschen im Einzugsgebiet einer Kläranlage mit dem Virus infiziert sind. Daten der Abwasser-Analyse der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Röti, die von Juni 2021 bis Januar 2022 aufgenommen wurden, zeigen, dass die Fallzahlen mit der gemessenen Virenkonzentration stark korrelieren, schreibt das Schaffhauser Gesundheitsamt in einer Medienmitteilung. Damit kann das Abwassermonitoring die Viruszirkulation in der Bevölkerung relativ gut aufzeigen. Voraussagen lässt sich der weitere Verlauf mit den gewonnenen Daten nicht. Der grosse Vorteil der Methode ist jedoch, dass die ungefähre Viruszirkulation unabhängig vom Testvolumen in der Bevölkerung ermittelt werden kann.

Im Kanton Schaffhausen wird bereits seit Juni 2021 einmal wöchentlich das Abwasser der ARA Röti in Neuhausen auf SARS-CoV-2 untersucht. Nachdem der Bundesrat entschied, das Monitoring schweizweit auszubauen, wurden im Kanton Schaffhausen die teilnehmenden Kläranlagen als auch der Entnahmerhythmus erhöht: Seit Ende Januar werden zusätzlich zur ARA Röti auch in der ARA Hallau und der ARA Bibertal-Hegau in Ramsen dreimal wöchentlich Proben entnommen, womit die Auswertung der Abwasserdaten von 72 000 Einwohnern und Einwohnerinnen des Kantons möglich ist. Die ARA Röti repräsentiert dabei die Stadtbevölkerung des Kantons, die ARA Hallau die Landbevölkerung und die ARA Bibertal-Hegau sammelt einen Grossteil des Abwassers aus Deutschland. Eine Erhebung der Datenmengen aller Kläranlagen zeigt, dass die Zahlen aus den verschiedenen Kantonsteilen gut miteinander übereinstimmen.

Abwasserdaten neu auch im kantonalen Dashboard

Die Daten des Abwassermonitorings geben einen guten Überblick über die Viruszirkulation im Kanton Schaffhausen. Deswegen werden sie auch auf dem kantonalen Dashboard veröffentlicht, wobei die Daten wöchentlich aktualisiert werden. Das Bundesamt für Gesundheit wird das Abwassermonitoring schweizweit voraussichtlich bis Ende 2023 weiter finanzieren. Der Kanton Schaffhausen plant die Daten solange im Dashboard zu führen.

Das kantonale Abwassermonitoring ist ein Projekt des Interkantonalen Labors, des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee und des Gesundheitsamtes. Die drei Kläranlagenbetreiber unterstützen das Projekt mit den regelmässigen Probeentnahmen. Weiterführende Informationen können dem Jahresbericht 2021 des Interkantonalen Labors entnommen werden.

Schaffhausen24, Originalmeldung Gesundheitsamt Kanton Schaffhausen