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Gesundheit
12.05.2022

Unterstützungsangebot seit 20 Jahren

(Symbolbild)
(Symbolbild) Bild: zVg.
Am 13. Mai nahm die HeGeBe (Heroingestützte Behandlung) der Spitäler Schaffhausen ihren Betrieb auf und betreut damit seit 20 Jahren heroin- oder mehrfachabhängige Menschen.

Bei der HeGeBe (Heroingestützte Behandlung) werden Betroffene unterstützt, die im Kanton Schaffhausen oder den angrenzenden Gemeinden wohnen, seit mindestens zwei Jahren heroinabhängig sind und bereits mehrere alternative Behandlungsversuche durchgeführt haben. Die HeGeBe umfasst aber viel mehr als eine kontrollierte Substanzabgabe an Süchtige. Sie unterstützt die soziale Integration und fördert gleichzeitig die körperliche und psychische Gesundheit von Betroffenen, um eine Stabilisierung hinsichtlich der Suchterkrankung oder bestenfalls langfristig die Abstinenz zu ermöglichen.

In den 90er-Jahren entwickelte sich auch in Schaffhausen eine Drogenszene, welche hauptsächlich in der Repfergasse öffentlich sichtbar wurde, und mit welcher Politik und Behörden nur schwer umzugehen wussten. Vor allem initiiert durch Christoph Roost, den damaligen Leiter des Vereins für Jugendfragen, Prävention und Suchthilfe (VJPS), kam im Jahr 2001 das Projekt für eine heroingestützte Behandlung in Schaffhausen zur Abstimmung und wurde von der städtischen Stimmbevölkerung mit 54 Prozent angenommen. Christoph Roost erinnert sich: «Die Eröffnung der HeGeBe war ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Drogenszene in Schaffhausen im Rahmen der Vier-Säulen- Drogenpolitik des Bundes mit Prävention, Therapie, Schadensverminderung und Repression.»

Die Folgen des Konsums

«Das Ziel der HeGeBe ist es, den Klientinnen und Klienten ein möglichst risikoarmes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen», erklärt PD Dr. med. Bernd Krämer, Leiter Psychiatrische Dienste der Spitäler Schaffhausen. Um dies zu erreichen, gehören neben der Substanzsubstitution auch medizinische sowie psychiatrische Abklärungen und Behandlungen, psychosoziale Begleitung oder Vermittlung von weiterer Unterstützung zum Angebot der HeGeBe dazu.

Im Vergleich zu den Anfangsjahren steht heute weniger die chronifizierte Abhängigkeitserkrankung im Vordergrund. Bei vielen Betroffenen werden die negativen Folgen des übermässigen Konsums von illegalen aber auch legalen Substanzen, wie Alkohol und Tabak, deutlich.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat das interdisziplinäre HeGeBe-Team, bestehend aus medizinischen und pflegerischen Fachpersonen sowie einer Sozialarbeiterin respektive einem Sozialarbeiter, rund 70 Patientinnen und Patienten betreut; die Haltequote betrug dabei fast 90 Prozent. Simone Burgert, Leiterin HeGeBe: «Dass nur eine von zehn Personen abspringt, welche bei uns mit der heroingestützten Behandlung beginnt, ist einerseits ein Beleg für die Wichtigkeit des Angebots und anderseits für die gute Arbeit, die geleistet wurde und wird.» Aktuell betreut die HeGeBe 22 Personen, wobei fünf davon bereits seit Beginn an dabei sind. Wie auch der Höhepunkt des Heroinkonsums in den 1990er-Jahren immer weiter zurückliegt, steigt das Durchschnittsalter der Betroffen und liegt momentan bei etwa 45 Jahren.

Die HeGeBe ist Teil der Psychiatrischen Dienste der Spitäler Schaffhausen und wird durch die Krankenkassen, welche die Behandlung innerhalb der Grundversicherung übernehmen, sowie mittels Subventionen durch den Bund finanziert. Zudem – was eher symbolischer Natur ist – bezahlen HeGeBe-Patientinnen und -Patienten pro Tag fünf Franken.

Schaffhausen24, Originalmeldung Spitäler Schaffhausen