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28.07.2022

«Hundstage» haben begonnen – kleiner geschichtlicher Exkurs

Mit Hunden eigentlich nicht viel zu tun: die Hundstage.
Mit Hunden eigentlich nicht viel zu tun: die Hundstage. Bild: Pixabay: wolframo
Die Hundstage kommen jedes Jahr im Sommer, haben mit unseren beliebten Vierbeinern allerdings nichts zu tun. Wie der Begriff entstanden ist, klären wir hier auf.

Als Hundstage werden die heissesten Tage im Sommer, genauer die Zeit vom 23. Juli bis 23. August, bezeichnet. Ihren Namen verdanken die Hundstage aber nicht dem besten Freund des Menschen, sondern der Astronomie – er leitet sich vom Sternbild «Grosser Hund» (Canis Major) ab, dessen hellster Stern der Doppelstern Sirius ist. Während der Hundstage geht der Sirius (umgangssprachlich auch Hundsstern genannt) mit der Sonne auf und unter.

Vom Aufgang des Sternbildes bis zur Sichtbarkeit als Gesamteinheit vergehen 30 bis 31 Tage, woher sich deshalb die Bezeichnung «Tage vom grossen Hund» (Hundstage) ableitet.

Sirius A und B Bild: Wikipedia Commons

Römer haben Tage vorgegeben

Die Zeitangabe der Hundstage – 23. Juli bis 23. August – entstand im Römischen Reich, das für die Zeitansetzung der Tage verantwortlich ist, also im Jahr 46 vor Christus. Man stellte damals fest, dass in diesem Zeitraum die heisseste Zeit des Jahres war.

Wie oft in der Menschheitsgeschichte konstruierte man deshalb scheinbare Zusammenhänge und fertig war der Hitze-Mythos der Hundstage.

Im altägyptischen Kalender nahm Sirius als Verkörperung der Göttin Sopdet sowie als «Bringer der Nilschwemme» im dritten Jahrtausend v. Chr. einen besonderen Rang ein. Bild: Wikimedia Commons

Verschiedene Mythen

Für die Ägypter kündigte die Zeit, in der der Stern Sirius sichtbar war, das jährliche Nilhochwasser an, das den Boden überschwemmte und besonders fruchtbar machte.

Die Griechen erklärten sich den Zusammenhang zwischen der Wiederkehr des Sirius und den Tagen der grössten Sommerhitze etwas anders: Die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem «Feuer» des Sirius sei Ursache der grossen Hitze.

Arabische Astronomen bezeichneten die in flirrender Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganen gar als den «vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns».

Stimmt heute nicht mehr ganz

Weil sich die Stellung der Sterne zur Erde im Laufe der Zeit immer mehr verschoben hat, ist die Bezeichnung der Hundstage aus astronomischer Sicht heute nicht mehr ganz korrekt. Heute ist der Aufgang des Sirius erst etwa ab dem 30. August zu sehen, also rund vier Wochen später.

Entsprechend der alten Tradition werden aber immer noch die heissesten Wochen des Jahres als Hundstage bezeichnet, auch in anderen indoeuropäischen Sprachen. «Kanikuly» zum Beispiel – das russische Wort für Sommerferien – leitet sich von «dies caniculares», den Hundstagen, ab.

Quellen für diesen Text

Ardalpha.de

Wikipedia

daswetter.com

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24