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Gesellschaft
12.09.2022

Digitales arbeiten

Jöri Hauser und Tabea Pletscher arbeiten gerne und gekonnt mit dem Tablet.
Jöri Hauser und Tabea Pletscher arbeiten gerne und gekonnt mit dem Tablet. Bild: zVg. / altra
Hürden abbauen, die Selbständigkeit fördern und gleichzeitig die Digitalisierung vorantreiben: Die Arbeitsagogin Tanja Holzer lancierte in der altra schaffhausen ein Projekt für elektronische Arbeitsanweisungen. Von und für Mitarbeitende.

«Digitale Arbeitsanweisungen mit Orten, die man kennt, und Menschen, die man kennt, sind einfach sehr viel ansprechender als allgemeine Erklärvideos», so Tanja Holzer über das Projekt, das sie vergangenes Jahr in der altra schaffhausen ins Leben rief. Das Ziel der Arbeitsagogin war, alle Arbeitsanweisungen im Bereich Lebensmittel, wo sie als Gruppenleiterin tätig ist, zu digitalisieren. Doch es steckt weit mehr dahinter.  

Selber schneiden und vertonen

Tanja Holzer arbeitet seit März 2017 bei der altra schaffhausen. Im August 2020 begann sie ihre Ausbildung zur Arbeitsagogin. Im Rahmen der Ausbildung gab es immer wieder Projektarbeiten, welche dem Betrieb einen Nutzen bringen und umsetzbar sein sollten. «Für mich war von Anfang an klar: Ich wollte das nicht einfach als Schulaufgabe abhaken, sondern etwas Nachhaltiges und Langfristiges schaffen», sagt Tanja Holzer. So entstand ein zweiköpfiges Projektteam, welches Stück für Stück Arbeitsschritte digitalisierte. Anders gesagt: Aus den schriftlichen Arbeitsanweisungen soll ein Pool an Erklärvideos produziert werden, welche die Mitarbeitenden jederzeit auf dem Tablet abrufen können. Alle Videos werden von den Mitarbeitenden selbst aufgenommen, geschnitten und vertont. Das Wissen über diese Techniken wird auf Wunsch mit weiteren Teammitgliedern geteilt.

Videos stossen auf Interesse

Wie die Teammitglieder von Tanja Holzer am Anfang reagierten? «Ganz unterschiedlich. Einige waren sofort Feuer und Flamme, andere sehr skeptisch», so die Arbeitsagogin. Um ihr Team an das Thema Digitalisierung heranzuführen, startete sie mit kleinen Aufgaben wie beispielweise dem Fotografieren oder Aufnehmen von Kurzsequenzen mit dem Tablet. «Das ganze Projekt brauchte viel Geduld und mehr Zeit, als ich erwartet hatte», führt Tanja Holzer aus. Die ursprünglich geplante Projektdauer betrug drei Monate, schlussendlich arbeitet das Team seit einem Jahr daran, immer mehr Arbeitsschritte zu digitalisieren. In den ersten drei Monaten lag der Fokus auf Übungen im Umgang mit dem Tablet, dann wurde Bild- und Filmmaterial gesammelt, anschliessend ging es ans Schneiden und Vertonen – alle Schritte wurden von den Mitarbeitenden selbst vorgenommen. «Mein Ziel war es stets, mich möglichst überflüssig zu machen.» Wöchentlich tauschte sich das ganze Team über die Fortschritte aus und besprach die nächsten Aufgaben. 

Mittlerweile nutzen die Mitarbeitenden das Tablet im Arbeitsalltag für weit mehr als ursprünglich angedacht. Beispielsweise werden täglich um 9 Uhr mit den sogenannten Fit-Ziit-Clips gemeinsam Lockerungs- und Dehnübungen durchgeführt und auch die Znünibestellung wird elektronisch aufgegeben. Eine Ausweitung der digitalisierten Arbeitsanweisungen ist bereits in Aussicht: «Das interne Interesse an diesem Projekt ist sehr gross. Einige Gruppenleitungen möchten nun auch in ihren Teams Arbeitsschritte digitalisieren.» In einem nächsten Schritt werde es nun einen Videopool zum Thema Arbeitssicherheit in der altra geben.

Lara Gansser, Schaffhausen24