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Sport
12.09.2022

Ein Fechtexploit auf der Munotzinne

Angelica Papadimitriou (l.), Fechtgesellschaft Schaffhausen, im Finale des 38. Internationalen Munotfechtturniers, gegen Andrea Häuptli, Zürich Nord.
Angelica Papadimitriou (l.), Fechtgesellschaft Schaffhausen, im Finale des 38. Internationalen Munotfechtturniers, gegen Andrea Häuptli, Zürich Nord. Bild: Nathalie Homberger, Schaffhausen24
Am vergangenen Samstag fand auf der Munotzinne das 38. Internationale Munotfechtturnier statt. Ein Schaffhauser Team holte sich den zweiten Platz.

Bereits zum 38. Mal fand am 11. September das traditionsreiche Munotfechtturnier auf der Schaffhauser Festung statt. Bei mehrheitlich strahlendem Sonnenschein ging das europaweit einmalige Open-Air-Turnier unter der Regie des neuen OK-Chefs Niklas Tinner reibungslos über die Bühne. Doch nicht nur die Sonne strahlte heute: auch der Schaffhauser Fechttrainer Thomas Werling konnte sehr zufrieden sein mit den Leistungen der beiden Schaffhauser Teams. Nach den zwei intensiven Vorrunden gelang beiden Mannschaften der Sprung in das Viertelfinale und damit in die KO-Runde.

Schaffhausen 1, mit der Nachwuchshoffnung Angelica Papadimitriou und Co-Präsident Arie Späth, erreichte 5 Siege und belegte den 5. Zwischenrang. Schaffhausen 2 mit Désirée Kaissl und dem jungen Mattiah Gordon qualifizierte sich mit dem 8. Zwischenrang knapp für die Direktausscheidung. In dieser mussten sie gleich gegen den Vorrundengewinner Baden 1 mit dem ehemaligen Juniorenkaderfechter Julien Gerhart antreten. Trotz wackerem Kampf schlussendlich eine zu harte Nuss: Baden qualifizierte sich mit 10:7 für das Halbfinale. Das Team Papadimitriou/Späth musste im Viertelfinale gegen den Zürcher Fechtclub auf die Planche, gegen den es in der Vorrunde notabene zwei Mal verloren hatte. Doch dieses Mal fruchteten die taktischen Anweisungen von Trainer Werling besser. Nach intensivem Kampf konnte Papadimitriou ihrem Fechtpartner eine 5:4 Führung übergeben, die Späth noch auf 10:7 ausbaute – Halbfinale! Nun wartete das favorisierte Baden auf die beiden Schaffhauser. Papadimitriou zeigte wie bereits im Viertelfinale eine höchst konzentrierte Leistung und wusste gegen die Badenerin Kutlacic ein 3:3 Remis über die Zeit zu bringen. Und dann zeigte sich, dass Späth seinen Gegner Gerhart in den Gefechten davor sehr genau beobachtet und sich eine klare Strategie zurechtgelegt hatte. Sowohl die berüchtigten Fusstreffer wie auch die extrem schnellen Sturzangriffe des Badeners wusste der Schaffhauser zu parieren und sich einen kleinen Vorsprung zu verschaffen. Einen Vorsprung, den er bis zum erlösenden 10 zu 8 Treffer nicht mehr hergab. Ein erlösender Schrei schallte durch die historische Kulisse – das erste Finale am heimischen Fechthighlight war für Papadimitriou/Späth Realität. 

Leider endete dort aber der Siegeszug der beiden. Das Team aus Zürich Nord nutzte die abnehmenden Kräfte von Papadimitriou/Späth routiniert und konzentriert aus. Papadimitriou konnte gegen die Zürcherin Andrea Häuptli noch mit 1:0 in Führung gehen, danach zeigte sich aber deren Überlegenheit und die Schaffhauserin musste mit 2:5 Rückstand an Späth übergeben. Dieser konnte gegen den grossgewachsenen Routinier Alexander Strehler zwar noch 5 Treffer landen, am Schluss stand es aber verdient 10 zu 7 für die Gäste aus Zürich Nord. Aus Sicht der Schaffhauser war es aber trotz der Finalniederlage ein überaus – sowohl sportlich wie auch organisatorisch – gelungener Anlass.

Schaffhausen24, Originalmeldung Fechtgesellschaft Schaffhausen