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19.09.2022
19.09.2022 17:48 Uhr

Stetten filmreif machen

Die Turnhalle in Stetten verwandelt sich in ein Kino. Rund um den Kinotag entstand eine Projektwoche, erklärt der Stettemer Gemeinderat Adrian Horat.
Die Turnhalle in Stetten verwandelt sich in ein Kino. Rund um den Kinotag entstand eine Projektwoche, erklärt der Stettemer Gemeinderat Adrian Horat. Bild: Lara Gansser, Schaffhausen24
Eine Woche im Zeichen des Films steht den Schülerinnen und Schülern der Primarschule Stetten bevor: Das mobile Kino Roadmovie macht am 30. September Halt in der Schaffhauser Gemeinde. Gezeigt wird die Tragikomödie «Lost in Paradise».

Während neun Wochen ist das mobile Kino Roadmovie auch dieses Jahr in der Schweiz unterwegs. Der Verein, der dahinter steht, engagiert sich für die Kinokultur und Filmvermittlung im Land und wird vom Bundesamt für Kultur unterstützt. 

Erstmals dabei ist 2022 auch die Gemeinde Stetten als eines von 36 Dörfern. Am 30. September wird in der von den Schülerinnen und Schülern eingerichteten und dekorierten Mehrzweckhalle Stetten die Schweizer Tragikomödie «Lost in Paradise» öffentlich gezeigt. 

Projektwoche zum Thema Kino

Um den Schülerinnen und Schülern der Primarschule Stetten das Thema Schweizer Kino umfänglich zu vermitteln, ist aus dem Kinotag eine ganze Projektwoche entstanden. «Ab nächstem Montag steht der Unterricht im Zeichen des Kinos, beispielsweise wird angeschaut, wie ein Film überhaupt entsteht», führt der Stettemer Gemeinderat Adrian Horat aus. Roadmovie stelle den Gemeinden viele Unterlagen zur Vorbereitung zur Verfügung. 

Gemeinsam mit den beteiligten Gemeinden, Schulen und lokalen Vereinen verwandelt Roadmovie Turnhallen und Mehrzweckhallen dann für einen Tag in ein Kino. Gezeigt werden ausschliesslich Schweizer Filme, mit dem Ziel, die nationale Filmvermittlung zu stärken. «Wir freuen uns riesig, dass Stetten bei dem Projekt dabei ist», so Adrian Horat, der gemeinsam mit der Stettemer Gemeindeschreiberin die Organisation übernommen hat. «Wir wollen etwas bewegen und zeigen, dass Stetten keine Schlafgemeinde ist», so der Gemeinderat über den Antrieb, sich für das Kinoprojekt zu bewerben.

Kinder dekorieren die Halle

Rund 130 Primarschülerinnen und Primarschüler werden an dem Projekt beteiligt sein. Herausfordernd werde es sicherlich, die Turnhalle aus den 1980er-Jahren bezüglich Licht und Ton richtig einzurichten. «Der Vorteil ist, dass die Bühne mit alter Theatertechnik ausgestattet ist», so Adrian Horat. 

Während der ganzen Woche haben die Schülerinnen und Schüler Zeit, an der Dekoration für den Kinosaal zu arbeiten. «Die Kinder dürfen selbst entscheiden, was sie aus der Turnhalle machen», so Adrian Horat. Ab Donnerstag wird dann gemeinsam mit den Verantwortlichen von Roadmovie, welche die gesamte Infrastruktur mitbringen, geschmückt und aufgebaut. «Wichtig war zudem, dass ein lokaler Verein dahinter steht, der sich unter anderem um die Kinobar und das Popcorn kümmert. Bei uns übernimmt das der Chilbiverein Stetten», ergänzt Adrian Horat. 

Film zum Thema Einwanderung

Der 30. September wird eröffnet von einem Filmnachmittag für Kinder der Primarschule, um 20.15 Uhr wird die Tragikomödie «Lost in Paradies» für Jugendliche und Erwachsene gezeigt. In dem Abendfilm geht es um Eugen, der mit Ende 30 weder eine eigene Familie noch ein sicheres Einkommen hat. Stattdessen hat er in Prag, der Heimatstadt seines Vaters, einen Underground-Musikklub aufgebaut. Als dieser niederbrennt, muss er in die Schweiz zurückkehren, um das Geld für die Renovation aufzutreiben. Doch bei seiner unerwarteten Reise zurück in die Schweiz begegnen ihm das geschmuggelte Krokodil Karlchen, der groteske Charme der Bourgeoisie und die Lüge, auf der sein Vater sein Leben im Exil aufgebaut hat.

Über einen weiteren Höhepunkt dürfen sich die Kinobesucherinnen und Kinobesucher in Stetten freuen: Martin Skalsky, der die Filmmusik zu «Lost in Paradies» komponiert hat, wird am Freitag in Stetten vor Ort sein und dem Publikum im Anschluss an den Film Rede und Antwort stehen. 

Der Kinobesuch ist kostenlos, Tickets können über die Gemeinde Stetten reserviert werden. 

Lara Gansser, Schaffhausen24