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Gesellschaft
21.11.2022

Hier trifft sich Niklausen

Michele Giordani, seit sieben Jahren Präsident des Quartiervereins Niklausen, vor dem Herzstück des Vereins – dem Quartiertreff nik.
Michele Giordani, seit sieben Jahren Präsident des Quartiervereins Niklausen, vor dem Herzstück des Vereins – dem Quartiertreff nik. Bild: Lara Gansser, Schaffhausen24
Ein Ziel des Quartiervereins Niklausen ist auch nach 60 Jahren noch dasselbe: Die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner entgegenzunehmen und sich untereinander auszutauschen. Zum Auftakt ins 60-Jahre-Jubiläumsjahr lud der ehrenamtlich aufgestellte Verein die Mitglieder zum Sonntagsbrunch ein.

Schwerpunktmässig haben sich die Tätigkeiten des Quartiervereins Niklausen in den vergangenen 60 Jahren sicherlich verändert. Doch das Hauptziel waren schon immer der Austausch und die Bekanntschaften zwischen den Quartierbewohnenden. Waren es früher jedoch vor allem Diskussionen zum Wohnungsbau wie zum Beispiel das Hochhaus Alpenblick, stehen neben den stetigen Themen im Bereich Verkehrssicherheit mittlerweile Veranstaltungen und die Schaffung neuer Begegnungsorte im Vordergrund. 

Themen, die beschäftigen

Auf den Tag genau 60 Jahre vor dem Quartierfest am vergangenen Sonntag fand die Gründungsversammlung des Quartiervereins Niklausen statt. Am 20. November 1962 wurde dieser unter dem Namen «Quartierverein Hohenstoffel-Niklausen-Ebnat» gegründet. «Im Archiv haben wir noch alle Protokolle seit der Gründung», erzählt Michele Giordani, der seit zehn Jahren im Vorstand ist und den Verein seit 2015 präsidiert. 

Mit welchen Intentionen der Quartierverein entstand? «Die Gründung fand zur Zeit des Bevölkerungswachstums statt, Grossunternehmen wie GF brachten viele Arbeitnehmende nach Schaffhausen», führt Michele Giordani aus. Dadurch lag der Fokus zu einem Grossteil auf den baulichen Massnahmen im Quartier. Doch bis heute hat sich das Hauptziel nicht verändert: Die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner entgegennehmen und dadurch die Themen erkennen, welche das Quartier beschäftigen. 

Traditionelle Veranstaltungen

Knapp 500 Mitglieder zählt der Quartierverein Niklausen aktuell. «In den vergangenen Jahren durften wir viele neue Familien begrüssen und zahlreiche davon besuchen auch unsere Veranstaltungen», freut sich Michele Giordani. Gerade die traditionellen Anlässe, wie der Räbeliechtliumzug, die Mitgliederversammlung sowie das jährliche grosse Sommerfest laden die Bevölkerung zum ungezwungenen Austausch ein. Für die Kommunikation mit den Mitgliedern hat der Verein neben Mail- und Briefverkehr eine eigene Quartierzeitung ins Leben gerufen – die nik.news, die zweimal pro Jahr verteilt werden. Ausserdem halte der Verein die Webseite sowie die sozialen Medien stets aktuell. «Das alles ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Ohne das Engagement unseres siebenköpfigen, ehrenamtlichen Vorstands wäre das nicht möglich», so der sichtlich dankbare Präsident. Der Verein pflege sowohl mit den weiteren städtischen Quartiervereinen als auch mit der Stadt und den Behörden einen sehr guten Austausch. «Der Quartierverein Niklausen ist für uns ein wichtiger Fühler ins Quartier», so Stadtpräsident Peter Neukomm am Sonntagmorgen in seiner Ansprache am Jubiläumsanlass. Als er ausführte, dass das Quartier einwohnermässig grösser sei als Stein am Rhein oder Hallau, ging ein Raunen durch den Saal mit den rund 130 Gästen. 

Zentraler Treffpunkt

Zum Herzstück des Quartiers hat sich der Quartiertreff nik. entwickelt. «Dieser entstand im ehemaligen Quartierlädeli aus den Ergebnissen einer Umfrage, die wir vor rund sieben Jahren lanciert hatten», erzählt Michele Giordani. Ausserdem hat sich daraus der Verein Mittagstisch gebildet, wo viermal wöchentlich rund 20 bis 30 Kinder der umliegenden Schulen eine warme Mahlzeit einnehmen können. Jeweils am Mittwoch und Samstag lädt zudem das nik.kafi zum Verweilen ein. «Wir schätzen jede Initiative und jeden Verein, der unseren Treff nutzt, um ein eigenes Projekt zu verwirklichen», motiviert der engagierte Vereinspräsident die knapp 4000 Quartierbewohnenden. So gibt es wöchentlich Yoga- und Fitnessgruppen sowie eine Jassgruppe und ganz neu eine Elterngruppe, welche den Raum nutzen. Für die Zukunft wünscht sich der Schaffhauser noch viele weitere Interessensgruppen. «Beispielsweise ein Jugendtreff wäre schön.» 

Brunch für alle

«Mit dem Brunch hier im Schönbühl wollen wir unseren Mitgliedern Danke sagen und etwas zurückgeben», so Michele Giordani zu den Hintergründen des Jubiläumsanlasses am vergangenen Sonntag. Dass sich kurzum 130 Personen angemeldet hatten, habe den Vorstand überwältigt.  

So herrschte am Sonntagmorgen eine ausgelassene Stimmung im Restaurant Schönbühl – Familien mit Kindern, Senioren und Einzelpersonen waren gekommen, um den Auftakt ins Jubiläumsjahr 2023 einzuläuten. Einer davon ist Quartierbewohner und Vorstandsmitglied Herbert Imhof, der in den vergangenen Jahren das Sommerfest organisierte. «Ich schätze am Quartierverein besonders den Austausch mit den verschiedenen Menschen aller Altersgruppen und freue mich bereits auf die vielen weiteren geplanten Aktivitäten.» 

Rund 130 Mitglieder des Quartiervereins waren am Brunch zum Jubiläumsauftakt dabei. Bild: Lara Gansser, Schaffhausen24
Für musikalische Unterhaltung am Sonntagmorgen sorgte das R(h)einquartett. Bild: Lara Gansser, Schaffhausen24
Lara Gansser, Schaffhausen24