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Wirtschaft
26.01.2021

Motivation durch Vertrauen

Urs Wohlgemuth, Inhaber und Geschäftsführer der Druckwerk Schaffhausen AG, schaut auch in Krisenzeiten positiv in die Zukunft.
Urs Wohlgemuth, Inhaber und Geschäftsführer der Druckwerk Schaffhausen AG, schaut auch in Krisenzeiten positiv in die Zukunft. Bild: zVg.
Urs Wohlgemuth von der Druckwerk Schaffhausen AG erzählt im Gespräch mit dem «Bock», mit welcher Einstellung er in das Jahr 2021 startet.

Tempo rausnehmen: Das hat Urs Wohlgemuth, Inhaber und Geschäftsführer der Druckwerk Schaffhausen AG, im letzten, von der Coronakrise geprägten Jahr gelernt. Er traf den «Bock» zu einem Gespräch, um über seine Ziele und Motivation für das kommende Jahr zu sprechen. «Tempo rausnehmen heisst aber auch, sich mehr zu fokussieren», so der Neuhauser. Damit bezieht er sich auf seine unternehmerischen sowie privaten Tätigkeiten. «Auf persönlicher Ebene habe ich mir über meine eigene Nachhaltigkeit und Zukunft Gedanken gemacht», erzählt er. Beruflich steht das Thema Konsolidierung im Vordergrund.

Investition in die Zukunft

Seit mehr als fünf Jahren ist Urs Wohlgemuth beim Druckwerk tätig. Anfangs 2019 übernahm er das Unternehmen als Alleininhaber. «Wir sind in den letzten Jahren aufgrund unserer Ausrichtung und Strategie immer weitergewachsen, während Printprodukte mehr und mehr abgenommen haben. Wir hatten einen Fokus und wir gaben dem Unternehmen ein Gesicht. Ich glaube, das macht es aus», resümiert der Neuhauser.
Per 1. Januar 2021 übernahm das Druckwerk die Unionsdruckerei. Die beiden Schaffhauser Traditionsunternehmen verbinde, neben der Liebe zum Druckereihandwerk, bereits seit Jahren eine enge Zusammenarbeit. Mit der Übernahme soll diese zukünftig ganz nach dem Motto «Gemeinsam sind wir stark» noch intensiviert werden. Doch wie kam es dazu, dass das Druckwerk in einem Jahr, in dem viele andere Unternehmen zu kämpfen hatten, solch grosse Investitionen tätigen konnte? «Mit viel Glück», erklärt Urs Wohlgemuth. «Wir haben das Glück, dass wir vor allem in der Pharmabranche zuhause sind. Letztes Jahr lief für uns – trotz Corona – sehr gut. Und das hat uns erlaubt, die Unionsdruckerei aus dem laufenden Geschäft heraus zu finanzieren. Wir mussten keine Reserven oder Ressourcen verbrauchen.»

Respekt, Anstand und Vertrauen

Auf die Frage hin, woher er seine Motivation nimmt, antwortet Urs Wohlgemuth ganz pragmatisch: «Ich habe einen sehr hohen Eigenantrieb.» Er sei ein Mensch, der immer nach vorne blicke und prinzipiell positiv durchs Leben gehe. «Ich bin immer davon überzeugt, dass es Lösungen gibt, die alle weiterbringen.» Dieselbe Einstellung vertritt der Neuhauser auch im Druckwerk und gegenüber seinen Mitarbeitenden: Respekt, Anstand und Vertrauen sind für ihn von grosser Wichtigkeit. «Zentral für die Motivation ist vor allem das Vertrauen», so Urs Wohlgemuth. «Niemand ist unfehlbar. Wenn etwas dann nicht funktioniert, betrachten und besprechen wir die Situation und setzen einen Meilenstein für den nächsten Schritt.» Das gute Verhältnis innerhalb des Teams sowie ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 sind wahrscheinlich auch die Gründe, weshalb die Stimmung innerhalb der Belegschaft des Druckwerks im vergangenen Jahr trotz weltweiter Krise gut gewesen sei.
Welche Ziele hat der Unternehmer denn für das kommende Jahr? «Für mich ist es das Thema «Konsolidierung». Wichtig ist, dass wir den Status quo so gut wie möglich halten können», erklärt der Neuhauser. Ganz entscheidend für das Jahr 2021 sei für ihn, wenig Fehler zu machen und gute sowie qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten. «Wir können alle nichts dafür, wie es in der Wirtschaft gerade läuft.» Es nütze daher nichts, dem letzten Jahr hinterher zu sinnen, so Urs Wohlgemuth. Es sei nun an der Zeit, mit der Masse zu arbeiten, die vorhanden sei. «Machen wir das Beste daraus.»

Den Mut niemals verlieren

Nebst seinen beruflichen Tätigkeiten setzte sich der Neuhauser im letzten Jahr für die regionale Wertschöpfung ein. Mit Jan Baur, Michèle Ehrat, Armin Ziesemer, Katharina Klemenz und Michael Schwarzer gründete er aus der Coronakrise heraus am 1. Mai den Verein «Wir sind stark – gemeinsam». Ziel des Vereins ist, das lokale Gewerbe zu retten, der Bevölkerung Unterstützung anzubieten und gemeinsam stark aus der Krise hervorzugehen. Einige Projekte, wie beispielsweise das Buch «Worte in Zeiten von Coro-nah + so fern» als Kulturbeitrag konnten realisiert werden. Weitere Ideen seien bereits in der Konzeptionsschmiede. Trotzdem sei unter den Mitgliedern eine gewisse Depression zu spüren, erklärt Urs Wohlgemuth. Aufgrund des erneuten Lockdowns in der Schweiz wird dies sicherlich wieder verstärkt.
In dieser schwierigen Situation empfiehlt Urs Wohlgemuth allen, «einfach mal tief durchzuatmen, reflektieren und sich auf die positiven Sachen, die geblieben sind, zu konzentrieren.» Ein wesentlicher Punkt für den Unternehmer in dieser schweren Zeit: «Den Mut nicht verlieren!»

Nathalie Homberger, Schaffhausen24