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25.09.2021

Haiti: Rechte von Migranten wahren

SCREENSHOT - Ariel Henry, Premierminister von Haiti, spricht per Videobotschaft bei der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung am Hauptsitz der Vereinten Nationen. Foto: United Nations/UN Web TV/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung u...
SCREENSHOT - Ariel Henry, Premierminister von Haiti, spricht per Videobotschaft bei der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung am Hauptsitz der Vereinten Nationen. Foto: United Nations/UN Web TV/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung u... Bild: Keystone/UN Web TV/AP/United Nations
Haiti – Nach dem Einsatz berittener US-Grenzschützer gegen Migranten und der Abschiebung zahlreicher Haitianer hat Premierminister Ariel Henry vor den Vereinten Nationen die Wahrung der Rechte von Migranten angemahnt.

"Väter und Mütter werden immer versuchen, ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen", sagte der haitianische Regierungschef am Samstag in einer Videobotschaft an die UN-Vollversammlung in New York. "Es wird immer Migration geben, solange Menschen in ihren Ländern keine Chance auf ein besseres Leben sehen." Henry rief dazu auf, die Fluchtursachen in den Herkunftsländern der Migranten zu beseitigen.

Die Vereinigten Staaten schoben in dieser Woche Tausende Haitianer per Flugzeug nach Port-au-Prince ab, nachdem in dem texanischen Grenzort Del Rio fast 15 000 Haitianer unter einer Brücke kampiert hatten. Für Empörung sorgte, dass US-Grenzschützer zu Pferde haitianische Migranten am Grenzfluss auf aggressive Weise zusammentrieben. US-Präsident Joe Biden nannte den Einsatz skandalös.

Haiti steckt in einer schweren Krise. Teile des bitterarmen Karibikstaats werden von bewaffneten Banden kontrolliert. Anfang Juli wurde Präsident Jovenel Moïse in seiner Residenz von einem Killerkommando erschossen. Die Hintergründe des Anschlags sind noch immer unklar. "Ich werde alles tun, um die Täter und Hintermänner dieses abscheulichen Verbrechens zu finden", sagte Henry in seiner Videobotschaft. Allerdings will die Staatsanwaltschaft auch gegen den Premierministers im Zusammenhang mit dem Überfall ermitteln.

Zudem wird Haiti immer wieder von schweren Naturkatastrophen getroffen. Bei einem schweren Erdbeben Mitte August kamen über 2200 Menschen ums Leben und mehr als 50 000 Häuser wurden zerstört. Hilfslieferungen und Einsatzkräfte gelangten nur langsam in die abgelegene Region im Südwesten des Landes.

Keystone-SDA