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Gesellschaft
11.10.2021

Steigende Tendenz bei Telefonbetrug

Telefonbetrüger wählen meist ältere Personen als Opfer.
Telefonbetrüger wählen meist ältere Personen als Opfer. Bild: Petra Bork/pixelio.de
In der Region treiben Telefonbetrügerinnen und -betrüger wieder ihr Unwesen. Als Opfer werden meist ältere Personen ausgesucht.

«Grüezi, Kantonspolizei, Schuster. Wissen Sie, dass in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft eingebrochen wurde?» – Mit diesen Worten meldete sich vergangene Woche ein Mann bei einer «Bock»-Leserin. Sie war mit ihrem Ehemann gerade am Mittagessen. Schnell kristallisierte sich für sie heraus, dass es sich bei dem Mann um einen Telefonbetrüger handeln muss.  «Wir waren völlig überrumpelt. Ich habe die Natelnummer nicht gekannt, aber habe auch nicht meinen Namen genannt», erklärt die Leserin, die anonym bleiben will. «Ich selbst bin noch nie in solch eine Situation gekommen. Ich habe schon viel darüber gelesen und davon gehört», erklärt sie. Der Mann am Telefon habe sich mit einer «angenehmen Stimme» gemeldet, aber «ich beendete die Unterhaltung nicht sehr freundlich», so die Leserin, die zwischen 70 und 80 Jahre alt ist. Kaum wollte er mit seiner Geschichte weiterfahren, sagte sie: «Alles klar, ich glaube ich rufe jetzt die Polizei an.» Das Telefonat endete dann abrupt. «Im Nachhinein fragte ich mich nun aber, ob meine älteren Nachbarn auf diese Masche hereinfallen könnten und ob ich sie warnen sollte.» So wandte sich die Leserin an den «Bock».

Stetig wandelnde Maschen

Nach Anfrage des «Bocks» am vergangenen Dienstag veröffentlichte die Schaffhauser Polizei kurzum eine allgemeine Medienmitteilung, in der sie bestätigte, dass im Moment Telefonbetrügerinnen und Telefonbetrüger wieder ihr Unwesen treiben. Die Schaffhauser Polizei erklärt, dass solche Betrugsanrufe mehrheitlich von älteren Personen gemeldet werden. Doch wie gehen die Betrügerinnen und Betrüger vor? «Es gibt verschiedene Vorgehensweisen. Eine, die schon länger bekannt ist, ist der sogenannte ‹Enkeltrick›. Dabei werden insbesondere ältere Personen kontaktiert und der Betrüger oder die Betrügerin gibt sich als Verwandter oder Bekannter (also nicht unbedingt als Enkel) aus, der dringend Geld braucht», erklärt Cindy Beer, Fachperson Öffentlichkeitsarbeit und Prävention bei der Schaffhauser Polizei. Ein anderes Beispiel sei der «falsche Polizist». «Die Betrügerin oder der Betrüger gibt vor, bei der Polizei zu arbeiten, und fingiert einen Fall, bei dem die angerufene Person Geld verlieren kann und dieses zur sicheren Aufbewahrung einem vermeintlichen Polizisten in Zivil übergeben soll», führt Cindy Beer weiter aus. Doch die Betrügerinnen und Betrüger würden ihre Masche stetig verändern und neue Muster anwenden. Bei den häufigsten Vorgehensweisen «Enkeltrick» und «falscher Polizist» würden sich die Zahlen im Kanton Schaffhausen im Mehrjahresdurchschnitt im einstelligen Bereich bewegen – «indes mit steigender Tendenz», so Cindy Beer. «Ich werde jedenfalls darauf achten, wer hier in der Nachbarschaft und Umgebung unterwegs ist», erklärt die «Bock»-Leserin, die in dieser Situation alles richtig machte und den Fall der Polizei meldete.

Tricks, um Telefonbetrug zu verhindern

• Fordert jemand am Telefon Geld von Ihnen, seien Sie misstrauisch! Häufig handelt es sich um Telefonbetrügerinnen oder -betrüger, die vorgeben, Sie zu kennen.

• Rufen Sie die vermeintlich bekannte Person auf der Ihnen bekannten Nummer zurück – so können Sie sichergehen, dass Sie nicht mit einer unbekannten Person telefonieren.

• Wenn Sie sich durch die anrufende Person unter Druck gesetzt fühlen, beenden Sie das Gespräch. Das ist nicht unhöflich, sondern dient Ihrem Schutz.

• Wenn sich die anrufende Person als Polizist oder Polizistin ausgibt und Sie auffordert, die Polizei anzurufen, um ihre oder seine Identität zu überprüfen, tun Sie das. Wichtig: Unterbrechen Sie selber den Anruf, warten Sie einen Moment und wählen Sie selber die Telefonnummer Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder die 117. So stellen Sie sicher, dass die Verbindung getrennt ist und Ihre Verbindung zur richtigen Polizei aufgebaut wird.

• Übergeben oder überweisen Sie niemals Geld an eine fremde Person, auch wenn Ihnen diese noch so vertrauenswürdig erscheint. Deponieren Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an einem vermeintlich sicheren Ort, auch wenn Sie dazu angewiesen werden. Grössere Geldbeträge sind und bleiben auf der Bank am sichersten aufgehoben.

• Wenn eine fremde Person Sie am Telefon dazu auffordert, den Zugriff auf Ihren Computer durch Installation einer Fernwartungssoftware zu ermöglichen, unterbrechen Sie den Anruf. Gewähren Sie niemals fremden Personen Zugriff auf Ihren Computer.

Nathalie Homberger, Schaffhausen24