Home Region Sport In-/Ausland Magazin Agenda
Randen
15.11.2021

Sanierung Randenburg

Die Randenburg ist frisch saniert.
Die Randenburg ist frisch saniert. Bild: zVg./ Kantonsarchäologie
Wer an den nächsten Wochenenden dem Nebel in den Niederungen entfliehen möchte, dem sei ein Ausflug zur Randenburg empfohlen. Dort locken nicht nur die Sonne und ein grandioser Ausblick vom Schleitheimer Randenturm, seit kurzem präsentieren sich am Fuss des Aus-sichtsturmes auch die frisch sanierten Mauern der mittelalterlichen Randeburg, teilt das Schaffhauser Baudepartement mit.

Zerfall eines Denkmals

Auf dem Bergsporn zwischen Schleitheim und Beggingen stand im Mittelalter eine stolze Burg, erbaut von der Abtei Reichenburg für die Verwaltung der umliegenden Ländereien. Davon zeugten bis vor kurzem nur noch armselige, von Moos und Bäumen überwachsene Mauerreste, teilt das Baudepartement des Kantons Schaffhausen mit. Regen, Frost und die exponierte Lage am Steilhang setzten den Mauern in den letzten Jahren sichtbar zu. Eine Sicherung des Kulturdenkmals hätte sich deshalb aufgedrängt. Die Gemeinde Schleitheim als Grundeigentümerin und die Kantonsarchäologie Schaffhausen erstellten ein Sanierungskonzept und sicherten mit Unterstützung des Bundesamtes für Kultur (BAK) die Finanzierung.

Burgretter

Von Juni bis September herrschte unter der Woche reger Betrieb auf der Randenburg. Eine auf historisches Mauerwerk spezialisierte Baufirma entfernte den Bewuchs und legte die Mauern frei. Baufachleute, Archäologie, Denkmalpflege und Gemeinde entschieden dann gemeinsam, welche schadhaften Partien abgebaut und welche belassen werden konnten. Beim Bau der Burg verwendete man nicht frostsichere Kalksteine, die – jahrhundertelang der Witterung ausgesetzt – zersprungen und abgebröckelt waren. Ziel war, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten und diese durch neu aufgebaute Steinlagen und eine Mörtelabdeckung vor weiterem Verfall zu schützen.

Logistische Herausforderung

Für die Mauerarbeiten mussten lastwagenweise Steine, Sand und Kalk zur Burgstelle hochgefahren werden. Der imposante Burggraben, der früher vor Angreifern schützte, wurde mit einem Treppenlift überwunden. Die Feuerwehr füllte hunderte Liter Wasser in grosse Tanks. Angesichts dieser logistischen Herausforderungen kann man nur staunen über die mittelalterlichen Baumeister, die diese Burg einst mit reiner Muskelkraft errichtet haben. Das handwerkliche Fachwissen allerdings bestand damals wie heute. Auch die Maurer von heute fügten mit viel Geschick und jahrhundertealter Technik die neuen Steinlagen nahtlos an die alten an.

Gesichert für die Zukunft

Die Sanierungsarbeiten wurden durch die Kantonsarchäologie begleitet und dokumentiert. Dabei kam ans Licht, dass die Burg im Mittelalter nicht vor Schaden verschont geblieben war: Ein Feuer hat Brandspuren hinterlassen und in Richtung Beggingen stürzte ein Stück der Umfassungsmauer beinahe den Hang hinunter und musste mit Vormauerungen gesichert werden. Zudem sind die Archäologen auf Spuren einer früheren Restaurierung im 19. Jahrhundert gestossen, heisst es weiter in der Medienmitteilung. Dank der jetzigen Sanierung bleibe die Burgruine hoffentlich ebenso lange geschützt. Wer die Waldwirtschaft oder den Randenturm besucht, kann die Burgmauern jedenfalls nicht mehr übersehen. Ab nächstem Frühling sollen zudem Informationstafeln Auskunft geben über das Kultur- und Baudenkmal.

Schaffhausen24, Originalmeldung Baudepartement Kanton Schaffhausen