Home Region Sport In-/Ausland Magazin Agenda
Region
21.11.2022

Königlicher Besuch in Rüdlingen

Urs Bürgler, Christian Stucki und Stefan Bürgler (v. l.) wären aneinandergereiht 5,8 Meter lang.
Urs Bürgler, Christian Stucki und Stefan Bürgler (v. l.) wären aneinandergereiht 5,8 Meter lang. Bild: Adina Martinelli, Schaffhausen 24
Das sportliche Resümee des Schwingerkönigs Christian Stucki ist beträchtlich. In seiner nun schon 20-jährigen Karriere hat er über 100 Kränze gewonnen. In Rüdlingen tauschte er sich mit zwei bekannten Brüdern aus der Schaffhauser Schwingerszene aus.

Am vergangenen Mittwochabend kam es in der Stube Rüdlingen quasi zu einer königlichen Audienz. Im Rahmen der Veranstaltung «Starke Tatsachen» wurde der Schweizer Schwingerkönig Christian Stucki von den Schaffhauser Schwingern und Brüdern Urs und Stefan Bürgler interviewt. Organisator der Veranstaltung war die Colin&Cie Schweiz AG.

Vom Tennis inspiriert

Der in Diessbach bei Büren aufgewachsene Christian Stucki hat bis heute über hundert Kränze für sich entscheiden können. 2019 gewann er in Zug das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest und sicherte sich somit den Königstitel in der Sportart. Mit damals 34 Jahren war er zudem der älteste Schwinger, welchem dieses Kunststück gelungen ist. Geschichte schrieb er ebenfalls, als er den «Schwinger-Grand-Slam» schaffte. Davon wird gesprochen, sofern ein Athlet alle drei der prestigeträchtigsten Titel im Schwingen gewinnt. Mit seinem Sieg an der KilchbergerSchwinget 2008, der Unspunnen Schwinget 2017 sowie dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest gelang ihm genau das. Vor ihm schaffte das lediglich Jörg Abderhalden. Dazu kamen 2015 die Wahl zum Schwinger des Jahres und 2019 zum Schweizer Sportler des Jahres. Die Begriffe ehemaliger oder amtierender König gebe es so im Schwingen übrigens nicht, wie Thomas Früh von der Colin&Cie Schweiz AG erklärt. König bleibt man ein Leben lang.

Austausch unter Schwingern

Dem 1,98 Meter grossen Christian Stucki gehe es gesundheitlich gut. «Die üblichen Verdächtigen sind noch da», erklärt er im Interview. Damit bezieht er sich auf seine Verletzungen an Schulter und Rücken. Sein Training bestehe derzeit mehrheitlich aus Konditionsaufbau und Bewegungstherapien. Urs und Stefan Bürgler sprechen im Dachgeschoss der Stube Rüdlingen verschiedene Höhen und Tiefpunkte in der Karriere des Berners an. Beispielsweise seine Teilnahme am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2022 stand unter keinem guten Stern. 14 Tage vor Beginn bekam er die Hiobsbotschaft Bandscheibenvorfall. Trotzdem sei er froh, von einer Teilnahme nicht abgesehen zu haben. Schliesslich holte er sich dort den siebten Kranz an einem Eidgenössischen Anlass. Seit zwanzig Jahren ist er nun erfolgreich im Schwingsport dabei. Diese Zeit kostete den Sportler viel Schweiss und teils auch Blut. Gelohnt habe es sich für ihn allemal. «Das Erlebte werde ich irgendwann meinen Enkelkindern erzählen.» Die kommende Saison werde möglicherweise seine letzte sein. Auf angestrebte sportliche Ziele angesprochen, zeigt sich Christian Stucki bescheiden. Lediglich die Teilnahme am Seeländischen Schwingfest in seiner Heimatregion sei eine Priorität für ihn. Alles andere werde sich zeigen. Bereits gewonnen hat der sympathische Berner am vergangenen Mittwochabend zahlreiche neue Fans in der Region Schaffhausen.

Adina Martinelli, Schaffhausen 24