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Kultur
06.01.2026

Zukunft und Vergangenheit

Gesa Schneider
Gesa Schneider Bild: zVg.
In der ersten Ausgabe des «Bock» des Jahres schreibt Gesa Schneider vom Museum zu Allerheiligen über aktuelle sowie zukünftige Ausstellungen.

Am Anfang sind Laufbänder zu sehen, sie stehen aber nicht auf dem Boden, sondern hängen mitten im Raum. Wir kennen sie aus Fitnesscentern, vielleicht hat sich der eine oder die andere sogar eines für zu Hause gekauft. Man nimmt sich dann fest vor, sie auch wirklich zu benutzen, was in den seltensten Fällen funktioniert. Was haben diese Laufbänder mit dem Museum zu tun? Sie sind im Moment in der wunderbaren Ausstellung von Andrin Winteler zu sehen. Sie verkörpern unsere sich beschleunigende Gesellschaft, aber auch die Wiederholung des Immergleichen. Und sie überraschen mich. Im Museum mache ich Entdeckungen, ich sehe die Welt mit anderen Augen, ich schaue in die Zukunft und in die Vergangenheit. Es verwundert und begeistert mich, wie viele Objekte wir haben und wie weit die Geschichte unseres Hauses zurückreicht. Noch immer bin ich dabei, dieses Museum zu erkunden und seinen Rätseln auf die Spur zu kommen. Sind Museen Orte für Träumerinnen und Träumer, oder braucht es sie, um uns selbst besser zu verstehen? Vielleicht ein bisschen beides. Ein Bock ziert das Museum, er ist mächtig, hat goldene Hoden, und man fragt sich: Soll man eintreten oder hält er einen davon ab? Dieser Frage gehe ich immer wieder nach, denn wer kennt sie nicht, die Schwellenangst. Dabei möchte ich rufen: Kommt alle! Schaut euch die wunderbare Ausstellung zum Thema Eiszeit an! Die Besucherzahlen sagen uns, dass der Aufruf gehört wird: 2025 hatten wir so viele Menschen im Haus wie zuletzt vor über zehn Jahren. Und damit das so weitergeht, haben wir jetzt jeden letzten Donnerstag im Monat bis 20 Uhr geöffnet. Denn Menschen, die arbeiten, kommen sonst nur sehr schwer ins Museum. Ausserdem bieten wir Taschenlampenführungen für Erwachsene an. Oder Zeichnen im Museum Stemmler. Oder die Veranstaltungsreihe «Die grossen Themen» – im Februar wird der Autor und Publizist Roger de Weck über die Zukunft der Demokratie sprechen.

2026 wird die Ausstellung des Schaffhauser Künstlers Olaf Breuning zu sehen sein. Er lebt schon lange in New York, aber jetzt gibt er ein Heimspiel – ich bin sehr gespannt. Ebenso neugierig bin ich auf die Ausstellung zum Thema Orakel. Wir wissen ja nicht, was aus uns wird. Nachrichten aus der Zukunft können wir nicht empfangen, wir stellen sie uns dennoch immer wieder vor. Die rasanten Veränderungen, insbesondere auch durch KI, werden auch am Museum nicht spurlos vorbeigehen. Ob wir dann auf die Hinterbeine steigen oder ganz Neues ausprobieren, ist noch nicht geschrieben, nur so viel an dieser Stelle: Ich bin, allen Unkenrufen zum Trotz, optimistisch.

Schaffhausen24
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