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Kanton
08.01.2026

Landfrauen kochen kreativ

Trudi Berchtold und Rahel Brütsch kochten für das Shooting jedes Gericht aus dem Kochbuch exakt nach den Massangaben nach.
Trudi Berchtold und Rahel Brütsch kochten für das Shooting jedes Gericht aus dem Kochbuch exakt nach den Massangaben nach. Bild: zVg.
Auf dem Hof der Familie Brütsch in Barzheim ist im Namen des SBLV und des LandLiebe Verlages ein aussergewöhnliches Kochbuch entstanden. Aus einem Grundrezept werden fünf Varianten – einfach, saisonal und mit Zutaten, die jeder im Haus hat. Ein Buch, das nicht nur zum Nachkochen, sondern vor allem zum Selberkreieren einlädt.

Wenn aus einer einfachen Salatsauce fünf verschiedene Varianten entstehen oder aus einem Quark-Dip je nach Jahreszeit ganz unterschiedliche Häppchen auf den Tisch kommen, dann steckt die kreative Handschrift der Landfrauen dahinter. Die Idee: Ein Rezept – vier saisonale Varianten, leicht nachzukochen und mit alltäglichen Zutaten. «Wir möchten, dass die Leute Lust bekommen, selber etwas auszuprobieren. Kochen soll Freude machen und nicht nur streng nach Kochbuch funktionieren», sagt Rahel Brütsch.

Die gelernte Köchin und Bäuerin Rahel Brütsch aus Barzheim ist seit April 2025 im Vorstand des SBLV (Schweizerischer Bäuerinnen und Landfrauenverband) und leitet die Kommission Ernährung und Hauswirtschaft. Sie war massgeblich für die Rezepte verantwortlich – rund 80 Prozent stammen aus ihrer Feder, die restlichen aus jener von Trudi Berchtold aus Giswil. «Trudi ist seit Jahren in der Kommission, wir ergänzen uns wunderbar», erzählt Brütsch. Gemeinsam entwickelten sie insgesamt 130 Rezepte, die von allen Kommissionsmitgliedern sorgfältig nachgekocht und getestet wurden. Für den ganzen kreativen und organisatorischen Teil ist Nicole Eckert von der Geschäftsstelle des SBLV, ursprünglich gelernte Polygrafin und Marketingfachfrau zuständig und macht dies mit sehr viel Herzblut.

Von der Idee zum fertigen Rezept

Nicole Eckert stellte dem LandLiebe Verlag die Idee und ein mögliches Layout des Kochbuchs vor und überzeugte damit. «Vor nicht einmal einem Jahr haben wir die Zusammenarbeit besiegelt. Und schon im März 2026 wird das Buch erscheinen», erzählt Brütsch freudig. Ziel war ein Buch, das nicht nur Grundrezepte bietet, sondern saisonale Vielfalt aufzeigt.

Im Fokus steht die Regionalität und die Landwirtschaft: einheimische Nüsse statt exotische, Zutaten frisch vom Feld oder aus dem Garten. «Die Grundzutaten hat man meistens zu Hause. Uns war wichtig, dass niemand stundenlang durch Läden rennen muss», betont Brütsch.

Planung bis ins Detail

Damit die Buchfotos in kurzer Zeit umgesetzt werden konnte, war genaue Planung gefragt. Brütsch erstellte eine lange Excel-Tabelle, in der jede Zutat erfasst wurde. So konnte sie die Gesamtmengen für den Grosseinkauf berechnen – von der Milch bis zur letzten Knoblauchzehe. «Am Ende staunten wir nicht schlecht, als 49 Knoblauchzehen zusammenkamen», erzählt sie lachend.

Da das Kochbuch saisonale Varianten zeigt, musste teilweise improvisiert werden: Spargeln wurden schon im Frühling eingefroren, damit sie beim Sommer-Shooting verfügbar waren. «Kürbisse im Sommer zu finden, war dann doch noch einmal eine Herausforderung», erinnert sich die Köchin.

Vom Einkaufen über das Kochen bis zum Drapieren, Fotografieren und Layouten: An der Entstehung waren viele helfende Hände beteiligt. Bild: zVg.

Eine Woche voller Kochen, Fotografieren und Geschirrspülen

Ende Juli herrschte Hochbetrieb auf dem Hof im Barzheim: fünf Tage lang wurde von morgens um sieben bis abends um fünf Uhr gekocht, gebacken, dekoriert, fotografiert und gelayoutet. An die zehnmal täglich lief die Geschirrspülmaschine, denn nicht nur für die Fotos musste alles blitzsauber sein. «Wir haben absichtlich keine grossen Mengen gekocht, um Foodwaste zu vermeiden. Nach dem Fotografieren habe ich die Gerichte für uns, die Familie und die Hof-Mitarbeitenden wieder aufgewärmt – so wurde alles gegessen und nichts verschwendet.»

Ein klar strukturierter Ablaufplan war entscheidend: Brote konnten am Vortag gebacken werden, Salate mussten frisch auf den Tisch. Das Fototeam brachte reichlich Ausrüstung mit – von verschiedenen Hintergründen bis zu Holzbrettern und Küchentüchern. «Die Gerichte wurden auf verschiedenen Untergründen fotografiert, die das jeweilige Thema perfekt unterstrichen», erzählt Brütsch.

Besonders streng nahmen es die Landfrauen mit den Grössenangaben. «Wenn im Rezept steht, dass die Karotten drei Zentimeter dick sein sollen, dann haben wir sie so geschnitten. Normalerweise kochen wir nach Gutdünken, aber hier wollten wir alles nochmals prüfen, damit wirklich alles verhebed.»

Süsse Rühreier, hellen Fotzelschnitten

Auch wenn alles reibungslos ablief, sorgten kleine Geschmacksfragen für Diskussionen. «Bei den Fotzelschnitten war ich eher für dunkel angebraten, Trudi lieber für hell. Am Ende entschied die Fotografin, und wir haben beide Varianten gemacht», erinnert sich Brütsch lachend.

Eine persönliche Entdeckung machte sie bei den süssen Rühreiern mit Zucker und Rosinen: «Das Rezept hatte ich beim Shooting das erste Mal probiert und fand es sehr fein!»

Kochen mit Bezug zur Landwirtschaft

Das SBLV und LandLiebe Kochbuch soll nicht nur Rezepte liefern, sondern auch die Nähe zur Landwirtschaft zeigen. Ein Illustrationsbild im Buch markiert farbig, wo die Zutaten auf einem Bauernhof zu finden sind: Tomaten im Sommergarten, Weizen auf dem Feld, Fleisch im Stall. Es macht sichtbar, wie vielfältig die regionale Küche sein kann.

Ziel ist es auch, dass die Leserinnen und Leser selbst kreativ werden. «Wir möchten, dass die Leute sehen, wie einfach man ein Rezept abwandeln kann. Ob eine zusätzliche Zutat, eine andere Würze oder ein saisonaler Ersatz – genau das macht Spass in der Küche.»

Der Endspurt bis zum fertigen Buch

Nach der ersten Shooting-Woche waren 106 Rezepte im Kasten. Die verbleibenden Gerichte wurden Anfang Oktober fotografiert. Danach ging es an den Feinschliff: Layout, Lektorat und finale Bildauswahl. «Wir sehen das Buch schon jetzt als PDF und können es kaum erwarten, es im März endlich in den Händen zu halten», sagt Brütsch.

Und welches Rezept kocht sie nach dieser intensiven Zeit am liebsten für Gäste? «Gerade heute habe ich die Ofenkartoffeln mit Sommergemüse und verschiedenen Salaten aus dem Buch gekocht. Ein unkompliziertes Gericht, das allen schmeckt – und sich natürlich beliebig variieren lässt.»

Zu jedem Gericht der passende Untergrund – über eine Woche dauerte das gesamte Shooting. Bild: zVg.

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Kochbuch «Landfrauen kochen: Aus 1 mach 5» kann vorbestellt werden. Mit 130 Rezepten und Saisonkalender «Landfrauen kochen: Aus 1 mach 5»

Inhalt: 232 Seiten, Hardcover

Preis: CHF 39.– (exkl. Porto)

Erscheinung: März 2026

landfrauen.ch

Schaffhausen24, Originalmeldung Nici Peter
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