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14.01.2026

Hof-Gezwitscher: Winterwonderland

Lara Winzeler.
Lara Winzeler. Bild: zVg.
Eine Kolumne von Lara Winzeler.

Ist sie nicht herrlich, diese Winterlandschaft? Eisig kalt und weiss - ein Winter wie früher, ein Winter wie ich es mir jedes Jahr wünsche. Der Hof wirkt wie frisch geschniegelt und sogar der Misthaufen hinter dem Stall trägt stolz seinen Zuckerguss.

Für die Natur sind die aktuellen Temperaturen ein wahrer Glücksfall. Der Frost amtiert wie ein kostenloses Wellnessprogramm für die Äcker. Die sogenannte Frostgare («Verreisen» des Bodens durch Gefrieren und Auftauen) lockert unseren Boden besser als jedes Hightech-Gerät. Nach dem sehr nassen Herbst sind wir froh, wenn der Winter seine Aufgaben endlich wieder ernst nimmt.

Doch weshalb sind richtig kalte Winter wichtig für die Natur? Sie tragen zur natürlichen Schädlingsregulierung bei, indem sie diese in ihre Schranken weisen, denn Borkenkäfer, Zecken oder Engerlinge sind davon kein Fan.

Wunderbar diese Winterromantik, oder? Ich weiss, in der Praxis fühlt sich das Hofleben bei diesen Minusgraden allerdings eher wie eine Polarexpedition an. Mist und Wasser frieren ein oder sogar der Wasserleitung wird’s zu kalt. Dabei mutieren wir sogar noch zum Eisbrecher und Rohrflüsterer. Auch der Rübentransport läuft noch immer und verlangt auf vereisten und verschneiten Strassen viel Vorsicht.

Dennoch geniessen wir die kostbaren Momente, in denen der Winter seinen Charme ausspielt. Unsere Tochter war das erste Mal auf dem Schlitten im Schnee bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Die roten Backen und das stolze Lachen waren unbeschreiblich und dann noch das knirschen unter den Winterschuhen, da geht einem das Herz auf.

Nach den eher milden Wintern fühlt es sich heuer eigentlich schon fast aussergewöhnlich an. Ich ertappe mich bei der Frage: Klimawandel, wo bist du geblieben? Hast du dich mit dem Flieger in die Ferien abgesetzt oder hat dich die Kälte ausgenockt?

Mein Kompromiss zu Güte: Geniessen wir diesen doch «altmodischen» Winter noch ein bisschen. Er tut Boden und Wald gut, und keine Sorge, die heissen Sommertage kommen bestimmt auch wieder.

Schaffhausen24, Originalmeldung Lara Winzeler
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