Bevor Cheke in Schaffhausen mit seinen Gerichten Aufmerksamkeit erregte, forschte er als junger Meeresbiologe aus Mazatlán, Sinaloa, an den Küsten Mexikos. Beide Elternteile waren Meeresbiologen und der Strand gehörte zum Alltag der sechsköpfigen Familie; egal zum Surfen oder einfach zum Entspannen. So war er schon im jungen Alter mit dem Meer und seinen Kreaturen verbunden. Um sein Studium zu finanzieren und die Miete zu zahlen, arbeitete er nebenbei in Restaurants: «Es war sehr schwer, aber ich konnte viele Erfahrungen in der Gastronomie sammeln. Es gab Leute, die sich über mich lustig machten, aber ich dachte mir: ‹Irgendwann wirst du mich nach einem Job fragen›», fügt er schmunzelnd hinzu. Damals träumte er von einer Reise nach Alaska, um dort seine gelernte Tätigkeit auszuüben. Eines Tages, als er in Mazatlán arbeitete, wurde er Zeuge, wie eine ältere Frau von einer Gruppe Männer belästigt wurde. «Der Ton der Männer gefiel mir nicht, also habe ich interveniert. Später kam die Frau zu mir, bedankte sich auf Englisch und lud mich als Dankeschön zu einem Abendessen ein», erzählt er. Nach dem amüsanten Abend lud die Frau ihn ein zweites Mal zum Abendessen ein, dieses Mal mit ihren Spanischkurs-Kollegen. Unter ihnen war seine zukünftige Frau Fabienne. «Obwohl da sofort eine Anziehung war, blieb ich zunächst zurückhaltend», erinnert er sich. «Ich wollte nicht, dass sie denkt, ich hätte andere Absichten.» Irgendwann kamen sie zusammen, doch der Sommer war vorbei und Fabienne musste zurück. Also wartete Cheke ein Jahr und sparte Geld, um sie in der Schweiz zu besuchen.
Von der Küste ins Alpenland
Irgendwann fiel die Entscheidung, in die Schweiz zu ziehen. Er habe sich nach Stellen umgeschaut, doch in Schaffhausen fand er keine passenden. Neben seinem Diplom als Meeresbiologe hatte er aber bereits über 20 Jahre Erfahrung in der Gastronomie gesammelt. Hier musste er jedoch wieder von vorne anfangen. «Ich habe mit dem Tellerwaschen angefangen, aber das war mir egal. Ich wusste, dass ich es schaffen würde. Wenn überhaupt, hat mich das eher motiviert, selbstständig zu werden, um meine Unabhängigkeit zu erlangen.» Ihm sei eines klar gewesen: Bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit wagen konnte, musste er das Schweizer Gastro-System kennenlernen. Aller Anfang ist schwer. Cheke musste sich immer wieder beweisen und war mit viel Rassismus konfrontiert, da er keine offizielle Ausbildung als Gastronom hatte und eine Sprachbarriere überwinden musste. Dabei sei er als Meeresbiologe ebenfalls als Lebensmittelkontrolleur tätig gewesen und verfüge über tiefgründiges Wissen über Lebensmittelhaltung. «Die ersten zwei Jahre waren sehr streng für mich und ich fiel in eine Depression. In Mexiko hat man nicht wirklich Zeit, um depressiv zu sein, man muss einfach weitermachen.» Er sei positiv überrascht worden, wie ernst das hier Thema genommen wird.