Home Region Sport Schweiz/Ausland Magazin Agenda
Gesellschaft
02.09.2025

Speditionslogistik: Zwischen Zeitzonen und Zolldokumenten

Das Postfach von Dylan Stojanov ist schon morgens gut gefüllt mit Mails aus aller Welt.
Das Postfach von Dylan Stojanov ist schon morgens gut gefüllt mit Mails aus aller Welt. Bild: zVg.
Sein Arbeitsalltag ist geprägt von Internationalität und Vielfalt. Der 17-jährige Dylan Stojanov absolviert eine Ausbildung zum Kaufmann Internationale Speditionslogistik EFZ. Damit legt er das Fundament für eine Karriere in einer global vernetzten Branche. «Wir sind die Vermittler zwischen den verschiedenen Ländern, Kulturen und Zeitzonen. Es fühlt sich an wie in einer Schaltzentrale.»

250 Kilogramm Fisch, ein Lastwagen voller Holz, ein Container mit Medikamenten und sogar schon ein ganzes Flugzeug. Der 17-jährige Dylan Stojanov hat schon Transporte für alles Mögliche organisiert. Seit dem ersten Lehrjahr kann der angehende Kaufmann Internationale Speditionslogistik EFZ eigenständig Sendungen planen und überwachen. «Es war mir sehr wichtig, dass ich selbständig arbeiten und schnell Verantwortung übernehmen darf.»

«Kein Tag ist wie der andere»

Und klar, es kann auch mal stressig werden. Zum Beispiel, wenn eine Lieferung am Zoll festhängt, Dokumente fehlen, die Kühlkette zu kippen droht oder ein LKW im Stau steht. Dann muss man schnell reagieren, kreativ sein, Lösungen suchen und mit allen Playern kommunizieren. «Solche Momente treiben den Puls hoch und da komme ich auch mal am Bürotisch ins Schwitzen», lacht Dylan. «Aber umso stolzer bin ich dann auf mich, wenn am Ende alles geklappt hat.»
Diese Aufregung sei auch mit etwas vom Schönsten an diesem Beruf: «Kein Tag ist wie der andere. Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich. Man hat mit so vielen verschiedenen Leuten Kontakt.» Meist wird auf Englisch kommuniziert. Aber jede weitere Fremdsprache ist natürlich ein Vorteil. «Ich spreche noch etwas Mazedonisch, weil mein Vater von dort kommt», sagt Dylan.

Arbeiten zu Bürozeiten

In seiner Lehrfirma, der Hellmann Worldwide Logistics AG in Kloten, ist Dylan das Bindeglied zwischen Kunden, Transportunternehmen und Behörden. «Wir sind die Vermittler zwischen den verschiedenen Ländern, Kulturen und Zeitzonen. Es fühlt sich an wie in einer Schaltzentrale.» Dylan holt Offerten ein, koordiniert Speditionen per LKW, Schiff und Flugzeug, erstellt Preisangebote, organisiert Zollabfertigungen und kümmert sich um Versicherungen. «Es sind so viele kaufmännische Abteilungen vereint. Ich bin im Import, im Export, mal Kunde, mal Verkäufer und muss mich in vielen Bereichen auskennen.» Trotz der Kontakte in die ganze Welt, arbeitet Dylan zu Bürozeiten. «Wir haben Gleitzeiten. Weil ich noch eine Stunde Zuganfahrt habe, fange ich meist nach 8 Uhr an.» Wenn der 17-Jährige dann seinen Computer aufstartet, ist das Mailpostfach schon voll. Dann ist es wichtig einen Überblick zu behalten und Prioritäten zu setzen. «Mit Australien kann man gut morgens kommunizieren, in Nordamerika erreicht man die Leute am besten gegen vier Uhr.» Am liebsten aber ist er mit Japan im Austausch: «Mir gefällt die Kultur, die Menschen sind wahnsinnig höflich. Es freut mich jedes Mal, wenn sie mich mit ‹San Dylan› anschreiben, um ihren Respekt auszudrücken.» In diesem Beruf muss man neugierig auf die Welt sein. Für Dylan war schon vor der Lehre klar, dass er in einem internationalen Umfeld arbeiten möchte. «Mich faszinieren Länder und Kulturen.»

Von Kloten nach Tokio

Darum ist er sehr glücklich mit seinem globalen, aber auch familiär geführten Arbeitgeber. Nach dem EFZ-Abschluss möchte er die Berufsmaturität anhängen und dann auch gerne Auslandserfahrung sammeln. «Die Ausbildung ist eine super Grundlage, um internationale Kontakte zu knüpfen.» Und es ist bestimmt auch kein Nachteil, dass Dylans Arbeitgeber auch in Tokyo Büros hat. Ob es ihn tatsächlich einmal nach Japan zieht oder an einen ganz anderen Ort der Welt – Dylan ist sicher: Die Speditionslogistik wird ihm viele Türen öffnen. Und bis dahin freut er sich über jede neue Herausforderung, die ihn im Alltag weiterbringt.

  • Eine Fracht am Flughafen Zürich ist bereit zum Verladen. Je nachdem, in welches Land es geht, braucht es unterschiedliche Dokumente und Zolldeklarationen. Bild: zVg.
    1 / 3
  • Wer Speditionen per LKW, Schiff oder Flugzeug koordiniert, muss den Überblick behalten und schnell reagieren können, wenn es irgendwo stockt. Bild: zVg.
    2 / 3
  • Die Spedlogswiss mit ihrem Stand an der Berufsmesse Zürich.  Bild: zVg.
    3 / 3
Claudia Riedel, Schaffhausen24
Demnächst