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Gesellschaft
10.01.2026

Digitale Realität

Andreas Wittausch ist seit 2019 Verlagsleiter des «Bock».
Andreas Wittausch ist seit 2019 Verlagsleiter des «Bock». Bild: zVg.
In der ersten Ausgabe des «Bock» des Jahres schreibt Verlagsleiter Andreas Wittausch über die Digitalisierung von Nachrichten.

Im Jahr 2026 befinden sich die Medien in einem tiefgreifenden Wandel. Digitale Plattformen, soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz prägen zunehmend, wie Informationen entstehen, verbreitet und konsumiert werden. Nachrichten sind jederzeit verfügbar, personalisiert und oft emotional zugespitzt. Das bietet Chancen für ein Mitmachen und schnelle Aufklärung, birgt aber auch Risiken. Aufmerksamkeit wird zur Währung, Geschwindigkeit wichtiger als Einordnung, und das digitale Verhalten vieler Menschen wird unbewusst gesteuert.

Gerade in Krisen- und Unglückssituationen zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Das tragische Unglück in Crans-Montana hat vor Augen geführt, wie schnell Bilder, Gerüchte und Kommentare verbreitet werden können, noch bevor gesicherte Informationen vorliegen. Betroffenheit wird öffentlich geteilt, doch oft ohne Abstand oder Respekt für die Beteiligten. Mediennutzung wird damit auch zu einer ethischen Frage: Was teilen wir? Warum klicken wir? Und welche Verantwortung tragen wir als Nutzerinnen und Nutzer?

Die Zukunft der Medien entscheidet sich nicht allein durch Technik, sondern durch unser Verhalten. Digitale Medien können informieren, verbinden und helfen, wenn sie bewusst genutzt werden. Sie können uns aber auch abstumpfen oder überfordern. Nachdenklichkeit, Medienkompetenz und Empathie werden deshalb im Jahr 2026 zentrale Fähigkeiten sein, um mit der digitalen Realität verantwortungsvoll umzugehen.

Andreas Wittausch, Schaffhausen24
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