Chronische Wunden entstehen, wenn eine zugrundeliegende Erkrankung die natürliche Wundheilung beeinträchtigt. Häufige Ursachen sind Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), ein geschwächtes Immunsystem oder anhaltender Druck. Die Erkrankungen werden durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung begünstigt.
Wundheilung ist nur möglich, wenn die zugrundeliegende Erkrankung behandelt wird. Hierfür bedarf es einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit verschiedener Fachpersonen. Beispielsweise aus der Gefässmedizin (Angiologie), welche die Durchblutung mittels Ultraschall untersucht und gegebenenfalls verbessert, oder der Diabetologie, die den Blutzucker richtig einstellt. Auch Einlagen oder Spezialschuhe bieten Entlastung und können zur Heilung beitragen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ernährung, da der Nährstoffbedarf bei grösseren Wunden steigt. Häufig sind chronische Wunden mit starken Schmerzen verbunden, weshalb eine gezielte Schmerzlinderung ebenfalls berücksichtigt werden muss.
Ein zentraler Bestandteil der modernen Wundversorgung ist die phasengerechte Therapie. Dabei stehen individuell angepasste Wundauflagen, Hygienestandards und schmerzarme Verbandwechsel im Vordergrund. Ziel ist es, ein optimales Wundmilieu zu schaffen und so die Heilungsdauer zu verkürzen.
In der Wundsprechstunde wird zur Optimierung der Wundheilung eine schmerzfreie Kaltplasmabehandlung angeboten. Sie reduziert Keime, fördert die Mikrozirkulation und verbessert die Sauerstoffversorgung, was die Heilung beschleunigt.
Bei Wunden, die nach vier Wochen keine deutliche Verkleinerung zeigen, werden qualifizierte Hautersatzverfahren angewendet. Je nach Wundgrösse stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, um die körpereigene Zellbildung zu stimulieren. Gerne beurteilten wir Ihre chronische Wunde oder Wundheilungsstörung in Absprache mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, unter Berücksichtigung Ihrer gesamten gesundheitlichen Situation.