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20.01.2026

Ein Wimpernschlag vom Rekord entfernt

Ayal Schelling bringt Erfahrung und Wissen mit zum LCS.
Ayal Schelling bringt Erfahrung und Wissen mit zum LCS. Bild: zVg./Peter Knoepfli
Die ehemalige Schweizermeisterin trainierte zwischendurch beim LV Winterthur. Aufgrund gewisser Umstände kehrte sie zum LCS zurück. Im Schaffhauser Dress möchte Ayal Schelling im Februar ins Finale der Schweizermeisterschaft kommen.

Nur 0,14 Sekunden fehlen Ayal Schelling zum 47-jährigen Kantonalrekord über 100 Meter von Isa Keller-Lusti, zweifache EM-Teilnehmerin und dreifache Schweizermeisterin. Nach einem Wechsel zur LV Winterthur kehrt Schelling, ehemalige Schweizermeisterin mit der LCS-Staffel im Jahre 2022, zum Leichtathletikclub Schaffhausen zurück. Die Beweggründe erläutert sie im nachfolgenden Interview.

E.A. Müller: Was fasziniert dich an der Leichtathletik und deinen Disziplinen?

Ayal Schelling: Leichtathletik ist für mich ehrlich und vielseitig. Ich liebe die Kombination aus Schnellkraft, Technik, Sprintausdauer und mentaler Stärke. Am Sprint reizt mich, meine Grenzen ständig neu auszuloten und Fortschritte sichtbar zu machen. Gleichzeitig ist der Sport mein idealer Ausgleich zu Studium und Job. Auf der Bahn kann ich abschalten und mich komplett auspowern. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, mit bekannten Gesichtern zu trainieren.

Wie bist du zur Leichtathletik gekommen und wie verlief dein Weg bisher?

Schelling: Schon in der Schule war ich schnell unterwegs. Zuerst war ich im Schwimmclub aktiv, bevor ich 2015 zum LCS in die Mehrkampfgruppe von Trainer Peter Knoepfli kam. Nach einem Austauschjahr und einem Kreuzbandriss fiel ich länger aus, konnte aber ab 2018 wieder einsteigen. Zwischen 2018 und 2023 trainierte ich jedoch unregelmässig – Studium, Arbeit und ein aktives soziales Leben hatten Priorität. Heute sehe ich das als Lernphase: Ich weiss jetzt, was es braucht, um mein Potenzial wirklich zu nutzen, und sehe Fortschritte, je mehr ich investiere.

Was waren deine wichtigsten Erfolge in der damaligen LCS-Zeit und danach?

Schelling: Ein Highlight war für mich 2022, als ich die schnellste 100-Meter-Zeit einer Schaffhauser Athletin seit über 30 Jahren lief. Erst 2025 konnte ich wieder konstant trainieren und mich von 12,03 auf 11,78 Sekunden über 100 Meter verbessern. Über 200 Meter konnte ich meine persönliche Bestleistung ebenfalls deutlich verbessern und damit den Halbfinal an der Schweizermeisterschaft und Platz 11 erreichen – ein wichtiger Schritt zu einem höheren Leistungsniveau.

Warum der Wechsel zurück zum LCS Schaffhausen?

Schelling: Nach dem Wechsel zum LV Winterthur hörte mein Trainer Ende 2023 unerwartet auf. Gleichzeitig haben sich beim LCS die Bedingungen deutlich verbessert: kleinere, individuellere Trainingsgruppe, starke Infrastruktur – und ein Umfeld, in dem ich mich immer willkommen gefühlt habe. Mit neuen Erfahrungen und einem deutlichen Leistungsschub bringe ich viel zurück. Dazu kommen wertvolle Inputs anderer Trainer und Athleten in Schaffhausen. Und, die Bahn mit Blick auf den Munot ist unschlagbar.

Was sind deine sportlichen Ziele, kurz- und längerfristig?

Schelling: Kurzfristig möchte ich an der Schweizermeisterschaft ins Finale kommen und die Kantonalrekorde im Sprint angreifen. Mit meinen Zeiten liege ich bereits weit vorne auf der ewigen LCS-Bestenliste. Langfristig will ich mich Schritt für Schritt an die nationale Spitze heranarbeiten. Entscheidend ist für mich, gesund zu bleiben, mit Freude zu trainieren und mein Potenzial voll auszuschöpfen. Ich weiss, dass noch viele gute Jahre vor mir liegen.

Saisonhöhepunkte von Ayal Schelling im neuen LCS-Dress sind die Schweizermeisterschaften: In der Halle am 28. Februar in St. Gallen, mit der LCS-Mannschaft in der Nationalliga A am 31. Mai und der Einzel-SM am 25. und 26. Juli in Zürich.

Ernst. A. Müller, LCS
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